Aggressiver Katzenschnupfen /Caliviviren-Ausbrüche

 

Die Tierspitäler Bern und Zürich haben uns informiert, dass in der Region Jura gehäuft sehr aggressive Formen von Felinen Calicivirus (FCV)-Infektionen bei nicht geimpften Katzenwelpen aufgetreten sind.

Bisher erkrankten unseres Wissens keine erwachsenenen geimpften (Katzenschnupfen: Calici/ Herpesvirus)  Katzen.

Wir haben auch Hinweise, dass betroffene Tiere in Tierarztpraxen in der Region vorgestellt wurden. Aus diesem Grund raten wir zu erhöhter Vorsicht bei Katzen/Welpen generell, und insbesondere bei Welpen aus der Region Jurabogen.

Die Welpen zeigen hohes Fieber und einen hochakuten Krankheitsverlauf. Die meisten Welpen versterben innert 24 - 48 h.

Zusätzlich treten Ulzerationen v.a. in der Maulhöhle, am Kopf/Nasenspiegel und an den Pfoten und Ödeme auf, v.a. an den Pfoten und evt. am Kopf.

Weitere Symptome können generelle Entzündungen, Gelbsucht (Bauchspeicheldrüsen- und Nierenerkrankung),Atemnot (wegen Lungenentzündung, Lungenödem oder Pleuralerguss) sein.

Die Infektion ist HOCHANSTECKEN! 

Es ist sehr wichtig, dass betroffene Welpen bereits bei der ersten Untersuchung mit strikter Hygiene behandelt und sofort abgesondert werden.

Die Ausscheidung des Virus kann bereits vor Auftreten erster Symptome erfolgen, was die Eindämmung der Infektion zusätzlich erschwert.

FCV können in der Umgebung bis zu 4 Wochen persistieren, daher muss die betroffene Umgebung gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Nicht alle Desinfektionsmittel sind in der Lage FCV abzutöten, es muss darauf geachtet werden, dass das Produkt für diese Indikation zugelassen ist.

Wirksam sind oxidierende oder formalinhaltige Desinfektionsmittel (z.B. Perform 1%, Virkon S, Bleiche 1:32). 

Die Viren können über kontaminierte Kleidung, Hände oder Schuhe indirekt übertragen werden.

Waschmaschinentemperaturen von 60°C töten die Viren ab.

 

Die Diagnose wird gestellt anhand der klinischen Symptome und Tupferproben des Rachens im Veterinärmedizinischen Labor, Vetsuisse Fakultät Zürich.

Eine spezifische Therapie gibt es nicht. Die Behandlung besteht aus symptomatischen Massnahmen wie Infusion, Schmerzmittel, Antibiotika und Sondenfütterung.